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- Geschrieben von: Paul-Gerhard von Hoerschelmann
Spürst du ein starkes In-te-resse
Bezüglich laufender Prozesse,
So lass sie nicht nur einfach laufen,
Bring den Punkt sie, nicht den Haufen.
Wie aber das genaue treffen
und wissen, ohne nachzuäffen?
Von sich und selbst getrieben werden
Fernab vom breiten Pfad der Herden?
Die Antwort, die erbringt ein Wort -
Er hört es hier, er hört es dort -
Indem du ohne zu genieren
Sagst: Ich muss mal »focussieren«,
Was sich so ungenau bewegt.-
Und wenn da einer überlegt
Und fragt, was dies denn bedeute,
Sag ihm: er weile nicht im Heute,
Wenn er dies Wort noch nicht gebraucht -
so wie ein Knabe, der nicht raucht.
Ein focuss sammelt alles Licht
Auf einen Punkt, weißt du das nicht?
Vielleicht verpasste dich das Glück
Beim Unterricht der Physik.-
Ein Brennpunkt, würde man auch sagen,
Doch wirkt das kaum in unseren Tagen.
Ein Fremdwort macht viel mehr vom Leben,
Pflegt die Bedeutsamkeit zu heben.
Ein deutsches Wort in Kennerluft
Hat niemals diesen Wissensduft.
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- Geschrieben von: Paul-Gerhard von Hoerschelmann
Verspürst du irgend eine Qual,
Ist diese ganz vielleicht »mental«,
Das gleiche kann bei Freude sein,
Obgleich »mental« - so fällt mir ein -
doch mehr den Geist meint und Verstand
Als Herz und Bauch , wie schnell erkannt ,
So tritt dann die »mentale« Frage
Im Maskulinum stark zu Tage.
Die Frauen reden davon selten ,
Sie leben auch in andren Welten.
Bin ich »mental« ganz richtig drauf ,
Schlägt auch der Ball gewichtig auf -
Sagt Boris, unser Tennisstar ,
Das ist »mental« ganz einfach wahr.
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- Geschrieben von: Paul-Gerhard von Hoerschelmann
Ein Mann hört: Frieden, Frieden, Frieden,
Doch die Bedeutung ist verschieden.
Der eine meint ihn innerlich,
Der andre andre , nur nicht sich.
Der dritte schwingt die Friedenskeule,
Versetzt und holt sich manche Beule.
Ein vierter - es ist nicht zu glauben -
Schießt einfach auf die Friedenstauben.
Ein fünfter will sich schnell noch Waffen,
Bevor der Frieden kommt, beschaffen.
Ein sechster ist selbst hochgerüstet,
Doch wenn es andre tun, entrüstet.
Ein siebter sieht allein im Westen
Blutrünstig neue Waffen testen.
Ein achter wiederum im Osten,
Derweil bei uns die Waffen rosten.
Ein neunter nutzt die Friedensregung
Mit viel Kal-kü(h)l zur Volkserhebung.
Ein zehnter spürt ganz instinktiv:
Wir liegen friedensmäßig schief.
Zehntausend hungern, sterben täglich;
Das Geld für Rüstung: unerträglich!
Europa mit noch mehr Raketen-
Wenn diese losgehen hilft kein Beten.
So sagt man lästerlich, doch klar
In Anbetracht der Kriegsgefahr.
Die Jungen äußern sich ganz offen.
Die Alten fühlen sich betroffen.
Es wollen sicher beide Frieden,
Nur scheint der Weg dahin verschieden.
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- Geschrieben von: Paul-Gerhard von Hoerschelmann
Der eine groß, der andre klein,
So soll´s im Leben öfter sein.
Der eine stark, der andre schwach,
So ist es immer wieder - ach.
Der eine reich, der andre arm,
Dass man sich doch darob erbarm.
Der Große sagt, lass uns verhandeln,
Um unser Leben zu verwandeln.
Jedoch es bleibt bei dem Diktat
Durch den, der starke Muskeln hat.
Allein bei David, der recht klein,
Besiegt das Schwert ein kleiner Stein.
Der Goliath fällt klirrend hin,
Wodurch ich auch ermutigt bin.
Man sagt, es wäre Gottes Geist,
Der hier das Gegenteil beweist.
Denn wo nur Menschen sich gerieren,
Wird stets der Kleine Druck verspüren,
Und wird der starken Angebot
Zumeist der Schwachen große Not.
Zum Glück, dass das Gesetz durchbrochen
Auf das die Großen immer pochen
Und dass da so ein kleiner Stein
Besagt: es kann auch anders sein.
Und wem das Kriegsgeschrei nicht liegt,
Sei ob des Geistes Kraft vergnügt.